Über uns

Anti-Rechts-Demo

Anti-Rechts-Demo in Baden-Baden

Wir die Gruppe Baden-Baden sind, wie aus der Gruppennummer 1016 ersichtlich, eine der ältesten Gruppen der deutschen Sektion, nämlich die 16. Trotzdem wollen wir noch nicht in Rente gehen – im Gegenteil, wir machen unverdrossen weiter.

Zur Zeit sind wir 5 bis 6 aktive Mitglieder in der Stammgruppe und sind immer an neuen Interessent_innen und Mitarbeiter_innen interessiert.

Unser aktueller Schwerpunkt

Im Laufe des Jahres 2014 hat sich auch in Baden-Baden die Flüchtlingssituation stark zugespitzt, sodass wir damals beschlossen haben, die Kernarbeit unserer Gruppe auf das Thema ASYL zu verlegen. Die regelmäßige Asylverfahrensberatung findet seit den 1990-er Jahren in Zusammenarbeit mit dem „Arbeitskreis Asyl e.V. Baden-Baden“ statt (Kontakt: http://akasyl-bad.de E-Mail: bb.akasyl@online.de). Um eine qualifizierte Asylberatung durchführen zu können, haben vier unserer Mitglieder den Amnesty-Asylberaterstatus durch regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen erworben.

Weitere ehrenamtliche Gruppierungen des Runden Tisch Asyl, aktuelle Daten und Termine zu dem Thema Asyl in Baden-Baden können auf folgendem Link abgerufen werden: http://fluechtlingshilfe-baden-baden.blogspot.de

Auch die Stadt Baden-Baden stellt auf ihrer Homepage wichtige Informationen zum Thema Flucht und Asyl zur Verfügung: https://www.baden-baden.de/buergerservice/service/migration-und-integration/fluechtlinge/

„Historisches“ aus der Gruppe

  • Zwischen 2012 und 2014 versuchte die Gruppe mit diversen Aktionen auf die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen in Äthiopien aufmerksam zu machen, die in dem Land massiv behindert wurde und deren Mitarbeiter bedroht wurden und Repressalien ausgesetzt waren.
  • Bis Juli 2011 hat die Gruppe den Fall von fünf gewaltlosen politischen Gefangenen in Äquatorial-Guinea bearbeitet.
    Diese wurden im Juni 2011 vom Präsidenten Obiang anlässlich seines 69. Geburtstages begnadigt.
    Außerdem beteiligten wir uns an Aktionen des Netzwerkes zur Demokratischen Republik Kongo.
  • Ende des Jahres 2008 hatte sich eine Jugendgruppe in Baden-Baden gebildet, die wir unterstützten und mit der wir in engem Meinungsaustausch standen. Sie griff in bunten Aktionen u.a. Themen wie Zwangsvertreibungen (Recht auf Wohnen) und unmenschliche Arbeitsbedingungen auf.
    Nach vier Jahren mit wechselnden Mitgliedern fanden sich trotz heftiger Bemühungen keine Nachfolger mehr, da alle Initiatoren der Jugendgruppe zum Studium und Ausbildung Baden-Baden verlassen hatten. Sie blieben aber andernorts der Menschenrechtsarbeit und auch Amnesty treu …

Wer ist Amnesty International?

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Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.

Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Am Ende des Jahres gibt es Sektionen in West-Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Australien und den USA. Im September 1962 wird auf dem internationalen Treffen in Brügge endgültig der Name „Amnesty International“ für die noch junge Organisation festgelegt.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch 50 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

28. Januar 2019